Die AWG diskutiert an ihrer GV über die Energiesicherung
„Hüte dich vor nicht beherrschbaren Risiken“
Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Graubünden hat an ihrer Generalversammlung vom vergangenen Dienstag in Domat/Ems über die Energiesicherung nach Fukushima diskutiert. Graubünden müsse nun bei der Erforschung von Clean-Technologien eine führende Rolle übernehmen, lautet das Fazit der AWG.
„Hüte dich vor nicht beherrschbaren Restrisiken.“ Diese Lehre gelte es aus der schrecklichen Nuklearkatastrophe von Fukushima zu ziehen, meinte Stefan Engler an der Generalversammlung der AWG in Domat Ems. Noch aber sei die Energiewende eine Gleichung mit vielen Unbekannten, führte der alt Regierungsrat und Ständeratskandidat der CVP in seinem Referat weiter aus. „Dass Prognosen über Strompreisentwicklungen und Energiepotenziale von den unterschiedlichsten Kreisen äusserst unterschiedlich interpretiert werden, hat zu einer grossen Verunsicherung geführt.“ Der Ausstieg aus einer Technologie, die sich für den Menschen als nicht mehr beherrschbar erwiesen habe, sei indes richtig. „Denn nur wenn klar ist, dass die Kernkraftwerke auch wirklich vom Netz gehen, entstehen die Kräfte, die gebraucht werden, um alternative Energien zu entwickeln“, betonte Engler.
Führende Rolle in der Erforschung von Clean-Technologien
Skeptisch zeigte sich Engler hingegen gegenüber der Frage, ob Graubünden von der Energiewende zu profitieren vermöge. Die Energiewende werde zu Lasten der föderalistischen Ordnung einer weiteren Zentralisierung Vorschub leisten. Bewilligungsverfahren und Entscheidungshoheiten würden nun wohl vermehrt auf den Bund übertragen, befürchtet Engler. Um vom Paradigmenwechsel in der Energiepolitik zu profitieren, müsse Graubünden nun in der Lehre und der Erforschung von Clean-Technologien eine führende Rolle einnehmen.
Dank Fernwärme Millionen Liter Heizöl eingespart
Dass sich in Graubünden auch im Bereich der alternativen Energieträger einiges bewegt, zeigten Hans Geisseler und Theo Joos in ihren Inputreferaten auf. VR-Präsident Geisseler erläuterte, wie die Fernwärme Chur aus Abfällen Energie herstellt. Durch die Nutzung vorhandener Abwärme würden drei Millionen Liter Heizöl pro Jahr eingespart, erklärte Geisseler. Theo Joos, Geschäftsführer der Rhiienergie, wiederum stellte das Holz-Fernwärme-Projekt der Rhiienergie vor. Ludwig Locher, Präsident Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden, wies in seinem Referat auf den hohen Energieverbrauch der Industrie hin. Die Versorgungsicherheit müsse gewährleistet sein, ansonsten könne die heimische Industrie nicht mehr zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren.
AWG-Vorstand im Amt bestätigt0
An der Generalversammlung der AWG wurde ausserdem auch der bisherige Vorstand mit Silvia Casutt (Vizepräsidentin), Hans Geisseler (Präsident) und Reto Kühnis (Kassier) einstimmig wiedergewählt.
Die Wertschöpfung für Graubünden aus der vorhandenen Stromproduktion muss erhöht werdenUntervaz, 4. Februar 2010. – Im Rahmen einer Diskussionsrunde der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Graubünden hat Felix Vontobel, Mitglied der Geschäftleitung der Rätia Energie AG, in Küblis das Projekt für ein 1000 MW- Pumpspeicherkraftwerk Lago Biancho vorgestellt. Die an der Diskussion beteiligten Referenten Felix Vontobel, Stefan Engler und Mario Cavigelli anerkannten dabei einhellig die damit verbundene historische Chance für den Wirtschaftsstandort Graubünden.- Regierungsrat Stefan Engler wies auf die zahlreichen Widersprüche und Zielkonflikte im Bereiche der Klima- und Energiepolitik hin und warb für ein mutiges und zukunftsweisendes neues Energiegesetz für Graubünden, mit welchem ein verkraftbarer Ausgleich zwischen Eigenverantwortung, Steuerung durch den Markt und staatlicher Regulierung anzustreben sei.weiter...
Die AWG will die Wirtschaft stärker in die Politik einbringen In Haldenstein ist am Dienstagabend 7. April 2009 die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Graubünden gegründet worden. Die AWG will die Anliegen der Wirtschaft stärker in die Politik einbringen.weiter..