28.02.2017 / Communiqués / /

Versagt der Herdenschutz?

Nach den jüngsten Vorfällen mit Wölfen im Kanton Graubünden wird die CVP Graubünden auch auf kantonaler Ebene aktiv. Auf nationaler Ebene setzen sich die Bündner CVP-Parlamentarier Ständerat Stefan Engler und Nationalrat Martin Candinas für eine Lockerung des Wolfsschutzes ein.

Kürzlich ist in Trun ein Wolf in einen Stall eingedrungen. Dieser bislang einzigartige Vorfall belegt, dass die Gefahr von Grossraubtieren in der Schweiz generell unterschätzt wird. Gerade im Berggebiet führt das Zusammenleben von Grossraubtieren und Bevölkerung immer wieder zu Konflikten. Die CVP setzt sich im Rahmen der Revision des eidgenössischen. Jagdgesetzes auf nationaler Ebene für eine Lockerung des Schutzes von Grossraubtieren insbesondere auch für Problemwölfe ein. Bereits im Jahr 2014 hat CVP-Ständerat und Parteipräsident Stefan Engler eine Motion zum «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» eingereicht. Mit der Motion verlangte der Bündner Ständerat, dass der Bundesrat beauftragt werde, einen Entwurf für die Anpassung des Jagdgesetzes zum Zwecke der Bestandesregulierung bei Wolfspopulationen vorzulegen. «Wo in einer Region künftig Wolfsrudel – die Wölfe haben bekanntlich eine hohe Reproduktion – umherstreifen und trotz zumutbarem Herdenschutz Schäden an Nutztieren anrichten, die gute Verteilung des Wildbestandes, die öffentliche Sicherheit oder die touristische Nutzung gefährdet sind, müssen Wolfsabschüsse möglich sein», so Ständerat Stefan Engler. Die Botschaft des Bundesrates zur Umsetzung der Motion Engler wird in den nächsten Wochen erwartet. Auch die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete, deren Vizepräsident CVP-Nationalrat Martin Candinas ist, setzt sich für eine Lockerung des Wolfschutzes ein. Dazu braucht es allerdings Lösungen, für die politische Mehrheiten, über die Grenzen der betroffenen (Berg-)Kantone hinaus, gefunden werden müssen.

Im Kanton Graubünden will die CVP mit einem parlamentarischen Vorstoss die Wirksamkeit von Herdenschutzmassnahmen hinterfragen. Deren Realisierbarkeit und Zumutbarkeit setzen dem Wolfsschutz Grenzen. Wölfe, die in Ställe eindringen, geschützte Herden angreifen oder durch Siedlungen wandern, verunsichern die Bevölkerung zusehends und lassen die Akzeptanz schwinden.

Die CVP ist sehr bestrebt, Lösungen zu suchen, um Schäden durch Grossraubtiere an Nutztieren und Wildtieren zu vermeiden und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

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