04.09.2020 / Communiqués / /

Kevin Brunold neuer Präsident der CVP Graubünden

Die Delegierten der CVP Graubünden haben anlässlich ihrer Versammlung vom 2. September 2020 die Geschäftsleitung teilweise erneuert und Grossrat Kevin Brunold, Surcuolm, als neuen Präsidenten gewählt. Diskutiert wurde auch die Zukunft der CVP Schweiz.

Im Zentrum der Delegiertenversammlung vom 2. September 2020 standen die Parteiwahlen. Bereits im Vorfeld hatten Ständerat Stefan Engler und Grossrätin Silvia Casutt-Derungs bekannt gegeben, auf eine erneue Kandidatur als Präsident bzw. Vizepräsidentin zu verzichten. Eine Findungskommission der Geschäftsleitung hat sich der Wahlvorbereitung angenommen und ist in den Personen von Grossrat Kevin Brunold und Yvonne Brigger-Vogel fündig geworden.

Kevin Brunold stellte sich vor seiner Wahl vor und der erst 35-Jährige kann auf eine reichhaltige Erfahrung in der Politik und Wirtschaft zurückblicken: 12 Jahre lang war er Grossrat-Stellvertreter, seit 2018 ist er ordentlicher Grossrat für den Kreis Ilanz/Foppa und Mitglied der grossrätlichen Kommission für Bildung und Kultur. Zudem war er Mitglied des Regionalparlaments Surselva, das er auch präsidierte, ebenso wie die Wahlkommission der CVP Graubünden für die Regierungsratswahlen 2018 und die National- und Ständeratswahlen 2019. Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Graubündner Kantonalbank studierte er an der FHGR Betriebswirtschaft und seit 2019 ist er Geschäftsführer von Surselva Tourismus. Politisiert wurde er durch die Petition der Jungen CVP Surselva für die Porta Alpina. Gemäss seiner Analyse sei die «CVP Graubünden sehr gut aufgestellt, sie politisiere wirkungsvoll und zukunftsgerichtet.» Auch verfüge die Partei über einen grossen Personalpool, was ihn stolz und die Partei fit für die Zukunft mache. Die Partei setze auf Werte wie Freiheit und Solidarität, Souveränität und Offenheit, Föderalismus, Wohlstand und Gerechtigkeit, Menschenwürde und Fortschritt – ganz nach dem Motto: Wir halten die Schweiz zusammen. Damit verfüge die Partei über einen klaren Kompass, so Kevin Brunold weiter. Aufgrund der anstehenden Diskussion rund um das C im Parteinamen stehe die Partei aber auch vor herausfordernden Entscheidungen, weshalb er alle Parteimitglieder aufrief, den Entscheid, den die schweizerische CVP treffe, mitzutragen – egal in welche Richtung es geht. Die Werte würden sich durch einen allfälligen neuen Namen nämlich nicht ändern. Nach seiner kurzen, dreisprachigen Ansprache wurde Kevin Brunold einstimmig und mit lang anhaltendem Applaus gewählt.

Ebenfalls einstimmig gewählt wurde die neue Vizepräsidentin Yvonne Brigger-Vogel aus Zizers. Selbst ist sie in der Tourismusbranche als Geschäftsführerin der IG Tourismus Graubünden tätig, wo sie bereits ein breites Netzwerk in Politik, Verwaltung und Wirtschaft aufbauen konnte.

Die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung Livio Zanetti, Nicolina Laim und Reto Crameri wurden ebenfalls einstimmig wiedergewählt.

Mit lang anhaltendem Applaus wurde der scheidende Präsident Stefan Engler verabschiedet. Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli würdigte seine Leistungen für die Partei und den Kanton und bezeichnete ihn als «herausragende Persönlichkeit mit einem aussergewöhnlichen politischen und menschlichen Gespür». Die Delegierten würdigten die Tätigkeit von Stefan Engler mit einer minutenlangen Standing Ovation.

Verabschiedet wurde auch die Vizepräsidentin Silvia Casutt-Derungs, die sich stark für die Partei in der Parteileitung, aber auch als Nationalratskandidatin engagiert hat.

In der anschliessenden Diskussion um die Strategie der CVP Schweiz informierte Ständerat Stefan Engler darüber, dass diese aus drei Pfeilern bestehe. Einerseits sollen die Statuten der Partei überarbeitet werden, andererseits geht es um die künftige Ausrichtung der Partei mit einem neuen Namen sowie die Fusion mit der BDP. In der Debatte äusserten verschiedene Votanten, dass eine breite Diskussion um den Namen und den neuen Auftritt der Partei stattfinden müsse. Alt Verwaltungsrichter Agostino Priuli regte einen Parteitag an. René Hefti kritisierte, dass zu wenige Informationen über die künftige Ausrichtung und insbesondere über den Namen vorhanden seien. Er zeigte sich skeptisch, ob neue Wähler und Mitglieder gewonnen werden können, indem auf das C, das eigentliche Markenzeichen der Partei, verzichtet wird. Nationalrat Martin Candinas, selbst Mitglied des Parteipräsidiums, informierte, dass es eine klare Abstimmung über einen neuen Namen und einen neuen Auftritt der Partei geben werde: «Jeder kann entscheiden, ob ihn das Neue oder das Alte mehr überzeugt. Die Abstimmungsfrage kann mit einem einfachen Ja oder Nein beantwortet werden.» Und Sepp Föhn, Gemeindepräsident von Landquart und Grossrat, appellierte: «Egal wie der Entscheid ausfallen wird, wir müssen uns zusammenraufen und die politische Mitte stärken. Halten wir zusammen!»

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