07.02.2021 / Communiqués / /

50 Jahre Frauenstimmrecht – es gibt noch viel zu tun

50 Jahre Frauenstimmrecht – tatsächlich ein Grund zum Feiern und Jubeln? In einem Land, das sich seiner einzigartigen Demokratie lobt, blieb die Hälfte der Bevölkerung nach der Gründung des Bundesstaats 1848 über 100 Jahre von der Politik ausgeschlossen. Und in Graubünden mussten 1983, 21 Jahre nachdem auf kantonaler Ebene die Möglichkeit für das Frauenstimmrecht auf Gemeindeebene geschaffen wurde, elf Gemeinden dazu gezwungen werden, die Frauen mitentscheiden zu lassen.

Die Gleichstellung der Frauen ist ein steiniger Weg und kommt nicht von allein. Viel wurde in den letzten Jahrzehnten erreicht, auch dank dem Engagement von Pionierinnen der CVP. Aber wenn es auch selbstverständlich geworden ist, dass Frauen wählen und abstimmen, gibt es noch viel zu tun. So ist es nach wie vor eine Tatsache, dass Frauen für gleichwertige Arbeit teilweise immer noch weniger verdienen als Männer. Die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt ist ebenso zu verbessern wie die Rahmenbedingungen in den Sozialversicherungen. Und in den politischen Gremien sind die Frauen nach wie vor deutlich untervertreten. Gleichzeitig fehlt es oft an Anerkennung der monetär kaum bezifferbaren Freiwilligenarbeit, die Frauen für Kultur, Bildung, Familie, Kirche oder Soziales leisten.

Die Gleichstellung von Frau und Mann ist im Interesse aller; der Wirtschaft, der Familien, der Jungen und Alten. Nur mit der Integration aller sind wir als Gesellschaft widerstandsfähig, solidarisch, frei und innovativ. Der 50. Geburtstag des nationalen Frauenstimmrechts ist ein guter Moment, um inne zu halten, eine kritische Auslegeordnung zu machen und mit vereinten Kräften die nächsten Schritte zur Gleichstellung anzupacken.

Die CVP Graubünden wird die Diskussionen zur Stärkung der politischen Mitte in Graubünden nutzen, um den Gleichstellungsfragen den geforderten Raum zu geben.

Kontakt